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am 11.02.2019

Wieder knapp am Podest vorbei

Katharina Althaus springt auf Platz vier

Katharina Althaus hat ihren nächsten Podestplatz beim Skisprung-Weltcup im slowenischen Ljubno knapp verpasst. Als beste Deutsche belegte die Oberstdorferin im ersten Wettbewerb nach Sprüngen auf 89,5 und 88 Meter den vierten Platz. Den Sieg sicherte sich erneut die derzeit überragende norwegische Olympiasiegerin Maren Lundby, die zweimal 90,5 Meter sprang und Führende im Gesamtweltcup bleibt. Zweitbeste Deutsche wurde Juliane Seyfarth als Fünfte, Carina Vogt schaffte es als Neunte ebenfalls unter die Top Ten. Hinter Lundby belegte die Japanerin Sara Takanashi den zweiten Rang, Dritte wurde Ursa Bogataj aus Slowenien.

Das zweite Einzelspringen der Damen in Slowenien verzögerte sich aufgrund starken Windes und auch zwischen den Springerinnen musste mehrmals unterbrochen werden. So dauerte der erste Durchgang mehr als eineinhalb Stunden. Die Oberstdorferin Katharina Althaus hatte mit ungünstigen Windverhältnissen zu kämpfen, so dass sie am Ende auf Rang 10. landete Der Sieg ging an die Japanerin Sara Takanashi, die Norwegerin Maren Lundby wurde Zweite. Beste Deutsche war Juliane Seyfarth auf Rang drei.

Den zweiten Teamwettbewerb der WM-Saison gewannen die deutschen Skispringerinnen um die Olympiazweite Katharina Althaus aber wieder souverän. Althaus, Carina Vogt, Anna Rupprecht und Juliane Seyfarth setzten sich nach acht Sprüngen mit 1001,3 Punkten klar vor Gastgeber Slowenien (975,9) und Österreich (936,9) durch. Vor allem die dreimalige Saisonsiegerin Althaus überragte mit Sprüngen auf 86,0 und 89,5 m. Das DSV-Quartett unterstrich damit seine Favoritenrolle für die WM in Seefeld, wo der Wettbewerb erstmals zum Programm gehört. Davor gibt es noch den Heimweltcup auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 09.02.2019/sport.de

am 11.02.2019

Comeback mit Höhen und Tiefen

Jonas Schmid fährt bei seinem ersten Weltcup seit 2017 auf Platz zwei und Johanna Holzmann schafft’s am Oberjoch an beiden Tagen aufs Podest.

Jonas Schmid ist zurück. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, hochgerissenen Armen und geballten Fäusten jubelt der 26-jährige Telemarker vom SC Oberstdorf ausgelassen im Zielbereich. Wenige Augenblicke zuvor hat sich der Oberallgäuer bei seinem ersten Weltcup nach knapp zweijähriger Verletzungspause Platz zwei gesichert – und das ausgerechnet beim Heimrennen am Oberjoch. Ein gelungenes Comeback, mit dem der Bad Hindelanger nie gerechnet hätte. „Dass es gleich auf Anhieb wieder so gut funktioniert, war nicht abzusehen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, so stark zurückgekommen zu sein“, freut sich Schmid. Der gebürtige Oberstdorfer muss sich am Grenzwieslift lediglich dem Weltcup-Dritten Bastien Dayer aus der Schweiz geschlagen geben.

Für Schmid ist die Podest-Platzierung das Ende einer langen Leidenszeit. Im Winter 2017 stürzte er beim Skifahren mit Freunden schwer, erlitt einen doppelten Halswirbelbruch. „Ehrlich gesagt kann ich mich glücklich schätzen, dass ich überhaupt noch laufen kann. Das hätte auch ganz böse enden können“, blickt Schmid zurück. Nach seinem Sturz und einer langen Genesungsphase kämpfte sich der Allgäuer durch hartes Training zurück in den Wettkampf-Modus. „Ich habe die Pause intensiv genutzt, um mich technisch weiterzuentwickeln“, erzählt Schmid. Und den Beweis, dass er wieder ganz der Alte zu sein scheint, liefert der deutsche Teamkapitän beim Classic Sprint mit Rang zwei allemal.

Da dürfte es der WM-Bronze- Gewinner von 2015 sogar halbwegs verkraftet haben, dass für ihn tags darauf beim Parallel-Sprint, bei dem sich die Athleten auf direkt nebeneinanderliegenden Pisten zeitgleich miteinander messen, bereits im Achtelfinale Schluss ist. Aufgrund einer Kollision mit seinem Kontrahenten Noe Claye wird Schmid disqualifiziert. Er habe seine Richtung unerlaubt gewechselt und somit den Zusammenprall mit dem Franzosen provoziert, lautet die Begründung der Jury. Eine Entscheidung, die Schmid nicht nachvollziehen kann. „Das ist ärgerlich. Ich wollte kurz nach dem Kreisel ganz normal innen an ihm vorbeiziehen. Es ist schade, dass die Jury so entschieden hat. Aber das muss ich akzeptieren“, sagt Schmid. Sein Fokus liege jetzt voll und ganz auf der Weltmeisterschaft Mitte März im norwegischen Rjukan. „Da will ich’s richtig rauchen lassen“, zeigt sich der Hindelanger schon wieder angriffslustig. Den Parallel-Sprint der Männer gewinnt Trym Nygaard Loeken (Norwegen) vor dem Franzosen Philippe Lau und Stefan Matter aus der Schweiz.

Bei den Frauen ist die Seriensiegerin und Gesamtführende des Weltcups Amelie Wenger-Reymond (Schweiz) einmal mehr das Maß der Dinge. Die 31-Jährige siegte bereits am Samstag im Classic Sprint. Am darauffolgenden Tag ringt sie in einem packenden Finale Lokalmatadorin Johanna Holzmann vom SC Oberstdorf nieder, setzt sich letztlich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 16tausendstel Sekunden durch und sichert sich ihren zweiten Triumph. Wenger-Reymond sagt anschließend: „Es war so eng zwischen uns, dass ich anfangs gar nicht wusste, wer gewonnen hat. Ich habe es erst realisiert, als das Ergebnis auf der großen LED–Wand eingeblendet wurde.“ Holzmann, die sich der Schweizerin schon im Classic Sprint nur knapp geschlagen geben musste, meint: „Schade, dass es nicht für den Sieg gereicht hat. Aber ich bin an beiden Tagen leider nicht fehlerfrei gefahren.“ Im Großen und Ganzen sei sie dennoch glücklich über ihr Abschneiden beim Heimrennen. Schließlich sind die beiden zweiten Plätze die bislang besten Saisonergebnisse der 23-jährigen Allgäuerin. „Der Start in den Winter war bei mir ein bisschen holprig. Aber jetzt komme ich immer besser in Fahrt. Ich hoffe, dass es in den nächsten Rennen auch wieder für ganz vorne reicht“, sagt die zwölffache Junioren- Weltmeisterin.

Grund zur Freude hat auch ihr älterer Bruder Benedikt Holzmann. Der 27-Jährige feiert mit Rang drei im Classic Sprint seinen ersten Podest-Erfolg am Oberjoch. „Ich bin jetzt genau da, wo ich hin wollte. Das war ein super Wochenende für mich“, resümiert Holzmann.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 11.02.2019

am 01.02.2019

Tickets noch für alle Wettkamptage zu haben

Skifliegen Oberstdorf

Drei Tage Skifliegen im Stillachtal für Kurzentschlossene

Lust auf mehr weckten an diesem Freitagmittag die ersten Trainingssprünge auf der Skiflugschanze im Stillachtal, die an diesem Wochenende mit drei Wettkämpfen die besten Skispringer der Welt nach Oberstdorf geführt hat. Schon gestern beim Einfliegen der Schanze zeigten die Nachwuchsathleten Tipp-Top-Versuche weit über die 200-Meter-Marke.

Auch vom Wetter her steht drei tollen Wettkampftagen nichts im Wege. Es ist wolkig mit Aussicht auf ein paar Schneeflocken. Die Heini-Klopfer-Schanze präsentiert sich im schönsten Winterkleid. Eine Traumkulisse ist also garantiert für alle Skiflugfans, die sich aufmachen, um die atemberaubende Flugshow der Weltelite zu erleben.

Und die beste Nachricht für die Fans: auch für Kurzentschlossene sind an allen Tagen noch ausreichend Tickets an den Tageskassen verfügbar.

am 30.01.2019

Damen Teamspringen im WM Programm von Seefeld

DSV Springerinnen werben für Teamspringen

Der Skisprung-Teambewerb der Damen wird in das Programm der FIS-Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld aufgenommen. Das hat der Internationale Skiverband (FIS) heute offiziell bekanntgegeben.

Die Aufnahme des Damen-Teamspringens in das Programm der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften wurde vom FIS-Kongress im Jahr 2018 genehmigt. Allerdings hatten die Organisatoren zum damaligen Zeitpunkt nicht die Möglichkeiten den Team-Wettkampf in das WM-Programm aufzunehmen. Inzwischen sind aber an der Seefelder Schanze durch eine neue Infrastruktur die erforderlichen Kapazitäten vorhanden. Also wurde vom Österreichischen Skiverband kurzfristig die Aufnahme des Damen Skisprung-Teambewerbs in das Programm der in vier Wochen beginnenden Nordischen WM in Seefeld vorgeschlagen.

Nach einer gründlichen Prüfung, einschließlich der Tatsache, dass die Veranstaltung vom FIS-Kongress zur Aufnahme genehmigt wurde, unterstützte der FIS-Vorstand den Vorschlag und entschied, dass der Damen-Skisprung-Teambewerb für 2019 hinzugefügt werden kann. Der Wettbewerb findet am Dienstag, 26. Februar um 16.00 Uhr statt. Also zu jenem Zeitpunkt, an dem zuvor die Qualifikation für den Einzelwettbewerb der Damen geplant war. Diese Qualifikation findet nun vor dem Einzelwettbewerb am Mittwoch, dem 27. Februar statt.

Die Einbeziehung des Damen Teambewerbs in das WM-Programm erhöht die Gesamtzahl der Skisprung-Events auf sechs, wobei die Damen nun drei Medaillen-Events haben, den Einzelwettbewerb, das Mixed-Team-Springen und das neu hinzugefügte Teamspringen.

am 14.01.2019

Althaus ist die Beständigkeit in Person

22-jährige Springerin vom SC Oberstdorf verteidigt Führung im Gesamtweltcup

Im fernen Sapporo in Japan gab es Grund zur Freude. Skispringerin Katharina Althaus verteidigte bei zwei Weltcup-Springen auf der großen Okurayama Schanze in souveräner Manier ihre Weltcup-Führung. Beim ersten Wettkampf verpasste sie als Vierte zwar knapp das Podium, am zweiten Wettkampftag landete die 22-jährige aus Schöllang hinter Olympiasiegerin und Dauerrivalin Maren Lundby (24) aus Norwegen, die in Japan ihren ersten Weltcup-Sieg der Saison feierte, auf Rang zwei. „Ich freue mich riesig, dass ich wieder auf dem
Podest stehe und weiter das gelbe Trikot tragen darf“, sagte Althaus, die sich nun ebenso wie die Drittplatzierte Juliane Seyfarth (28) auf den bevorstehenden Team-Wettbewerb in Zao (Japan) freut. Die DSV-Frauen liegen im Nationencup klar vor Österreich und Norwegen.

Bundestrainer Andreas Bauer (Oberstdorf) lobte Althaus als „Beständigkeit in Person“ und verwies darauf, dass ihre schlechtesten Platzierungen bei sieben Starts in diesem Winter drei vierte Plätze waren. Drei Siege und eben der zweite Platz in Sapporo bescheren Althaus im Gesamtweltcup ein komfortables 92-Punkte-Polster auf Maren Lundby.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 14.01.2019

am 14.01.2019

Erster Einzelsieg für Vinzenz Geiger

Geiger Vinzenz

Oberstdorfer Doppelerfolg beim Weltcup in Val di Fiemme

Vinzenz Geiger reckte die Faust in die Luft und klopfte sich auf die Brust. Der 21 Jahre alte Premierensieger konnte seinen ersten Einzelsieg bei den Nordischen Kombinierern zunächst gar nicht fassen, als er nach einem echten Kraftakt über zehn Kilometer über die Ziellinie schoss und seinen favorisierten Teamkollegen Johannes Rydzek schlug. „Das ist unglaublich. Ein Traum wird wahr“, jubelte Geiger, der zwar schon Olympia-Gold im Team einheimste, zuvor aber noch nie alleine auf der höchsten Stufe des Podests gestanden hatte.

Seine große Siegerehrung genoss Geiger andächtig, immer wieder huschte ihm ein verschmitztes Grinsen über das ganze Gesicht. Die Überlegenheit des Oberstdorfer Duos Geiger/Rydzek in Val di Fiemme erinnerte fast schon an die deutsche Dominanz vergangener Tage. In einer Vierergruppe diktierte das DSV-Duo so lange das Tempo, bis die Rivalen Akito Watabe aus Japan und der Österreicher Franz-Josef Rehrl nicht mehr mithalten konnten. Am Ende zeigte Youngster Geiger einen starken Antritt und hängte am letzten Anstieg auch den laufstarken Rydzek ab. „Es war ein super Rennen von uns. Wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Es war sehr taktisch und mit einem Happy End für mich, das lief einfach perfekt“, jubelte Geiger.

Eine Woche vor dem prestigeträchtigen Triple im französischen Chaux-Neuve sind die deutschen Kombinierer wieder richtig gut in Schwung. Während sich Gelbträger Jarl Magnus Riiber in Seefeld bei einem Trainingskurs auf die nächsten Highlights vorbereitete und so Vorsprung im Gesamtklassement einbüßte, heimsten die Deutschen fleißig Podestplätze ein. Am ersten Wettkampftag hatte Rydzek gewonnen, im Teamsprint reichte es für Rydzek/Geiger zu Rang zwei. Eric Frenzel und Fabian Rießle belegten hier Rang drei.

Das Riesentalent Geiger, Siegläufer Rydzek und Frenzel, der am Schlusstag Fünfter wurde, machen auch Hoffnung auf DSV-Erfolge bei der WM in Seefeld, die in fünf Wochen beginnt. Bundestrainer Hermann Weinbuch bewertet das Niveau seiner Schützlinge positiv: „Wir sind ganz vorne dran an den Siegen. Wir sind auf einem Top-Niveau.“

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 14.01.2019

am 29.12.2018

Brasilianer bewundert „verrückte“ Sportart

Gabriel Alcantora aus Brasilien

Gabriel Alcantora und sein Freund Getulio Ferreira aus Brasilien fiebern bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf mit

Der Brasilianer Gabriel Alcantora dürfte bei der Vierschanzentournee einer der Zuschauer mit der weitesten Anreise sein. Der 32-Jährige ist derzeit bei Freunden in Vorarlberg zu Gast und nutzte seine Kontakte zum Sports-
und Trainerkollegen, dem Sonthofener Realschul-Lehrer Steffen Lenz, um beim Tourneeauftakt in Oberstdorf dabei zu sein. Alcantora zeigte sich am Qualifikationstag begeistert vom Skispringen. „Ein bisschen verrückt müssen sie schon sein, dass sie sich da hinunterstürzen“, meinte der Brasilianer, der in seinem Heimatland während der Olympischen Spiele als Kommentator für Badminton beim Sender SporTV agierte. Er bewunderte im Skisprungstadion die „kompletten Sportler“, die sich so mutig, athletisch und mental stark präsentierten. Seine Impressionen hielt Alcantora auf Video fest und wird so fürs Skispringen und den Auftaktort der Vierschanzentournee mit TV-Einspielern in seinem Heimatland kräftig werben. Man sollte es nicht glauben, aber sogar in dem lateinamerikanischen Land, in dem sich alles um Fußball zu drehen scheint, wird die Tournee auf Globo TV gesendet.

Unser Bild zeigt Gabriel Alcantora mit seinem Freund Getulio Ferreira (rechts)

am 29.12.2018

Österreicher Stefan Kraft holt sich Quali-Sieg

Scheckübergabe

Zwölf deutsche Athleten schaffen den Sprung in den morgigen Wettkampf

Oberstdorf ist offenbar sein Wohnzimmer. Nachdem die bisherige Saison für die Austria-Adler nur mäßig verlief, holte sich völlig überraschend Stefan Kraft den Sieg und die 5.000-Euro Preisgeld in der Qualifikation beim Tourneeauftakt am Schattenberg. Mit gleicher Weite (138,5 Meter), aber einer höheren Punktzahl ließ der Österreicher, der schon zweimal das Auftaktspringen in Oberstdorf gewann, den großen Favoriten Ryoyu Kaboyashi (JPN) hinter sich. Dritter wurde Piotr Zyla aus Polen mit 137,5 Metern.

Die deutschen Springer schufen sich vor 15.500 begeisterten Zuschauern gute Ausgangspositionen für den Wettkampf morgen. Zwölf Athleten des DSV schafften den Sprung unter die besten 50, die morgen im K.O. - Wettkampf antreten.
Severin Freund wird es mit Naoki Nakamura (JPN) zu tun bekommen. Lokalmatador Karl Geiger tritt Anders Fannemel (NOR) an. Youngster Felix Hoffmann springt gegen Jakub Wollny (POL). Ein deutsch-deutsches Duell liefern sich Stephan Leyhe und Martin Hamann. Knifflig wird es für Pius Paschke gegen den Skiflug-Weltmeister Daniel-Andre Tande (NOR). Constantin Schmid hat es mit Manuel Fettner (AUT) zu tun. Richard Freitag kämpft gegen den einzigen Bulgaren im Feld, Vladimir Zografski. Andreas Wellinger geht in die Ausscheidung gegen Markus Schiffner (AUT) und David Siegel muss in den Wettkampf gegen Junshiro Kabayashi (JPN).Markus Eisenbichler duelliert sich mit Jernej Damian (SLO) und Nachwuchsspringer Moritz Bär geht gegen Timo Zaij SLO) in die Anlaufspur.

In der Qualifikation mussten aber auch bekannte Athleten ihre Träume begraben. So gab es weder für Domen Prevz (SLO) noch für Altmeister Noriaki Kasai (JPN) ein Weiterkommen. Auch für den Polen Maciej Kot lief es überhaupt nicht gut. Alle drei dürfen beim Wettkampf morgen nur zuschauen.
Morgen gilt es: Um 15.00 Uhr beginnt der Probedurchgang. Der Wettkampf startet um 16.30 Uhr. Stadioneinlass ist um 12.00 Uhr

am 28.12.2018

„Es geht lo-oos“

Die perfekte Welle

Tolle Eröffnungsfeier zur 67. Vierschanzentournee im Nordic Park

Die Spannung war zu spüren: Bei den Sportlern steigt der Adrenalinspiegel und die Zuschauern sind begeistert. Eine tolle Eröffnungsfeier der 67. Vierschanzentournee erlebten gestern Abend rund 2.500 Fans im Oberstdorfer Nordic Park. Die besten Springer der Welt und zum Abschluss die gesamte deutsche Mannschaft präsentierten sich auf der Bühne im Kurpark. Auf dem Weg dorthin gab es ein „Bad“ in der begeisterten Zuschauermenge, viele zu erfüllende Autogrammwünsche und das ein oder andere Selfie. Nur die Polen um den Vorjahressieger Kamil Stoch mussten die Feier auslassen, weil sich ihre Anreise aufgrund der vollen Straßen verzögert hatte.
Auf der Bühne wurde dann das berühmte Nähkästchen geöffnet und kleine Geheimnisse ausgeplaudert. So erfuhren die Zuschauer, dass es beim Tschechen Roman Koudelka an Weihnachten Schnitzel und anschließend zwei Tage nur Äpfel zu essen gab. Domen Prevc (Slowenien) vergnügte sich unterdes in einem Wellness-Urlaub, während Bruder Peter Weihnachten mit seiner Freundin zu Hause genoss. Und Markus Eisenbichler verriet, wie froh er sei, dass die zwei Wochen Pause nun endlich herum sind. „Da war es dann schon fast langweilig“, meinte er schmunzelnd. Großen Jubel gab es vor allem für Lokalmatador Karl Geiger, der, wie letztes Jahr Richard Freitag, die Rolle des Favoriten übernommen hat. Der Oberstdorfer, der so locker mit seinen Erfolgen in dieser Saison umgeht, wurde vom Publikum gefeiert.
Gefeiert wurde aber auch in der WM-Bar bis in die späte Nacht. Da waren die Springer schon längst wieder in ihren Quartieren, denn zum Tourneestart heißt es fit sein. Die Qualifikation beginnt um 16.30 Uhr. Und das schönste: Während für den Wettkampftag alle Karten vergriffen sind, gibt es für die Quali noch Tickets an der Tageskasse.

am 27.12.2018

Weihnachtswünsche aus dem Skisprungstadion

Weihnachtsgrüße aus der Audi Arena

Vierschanzentournee In Oberstdorf laufen die Vorbereitungen für das Auftaktspringen am Samstag und Sonntag auf Hochtouren. Die Eröffnungsparty steigt am Freitag um 19 Uhr

Das hat inzwischen Tradition im Skisprungstadion: Mitten im Trubel der Vorbereitungen zur Vierschanzentournee haben die Mädels der Skisport- und Veranstaltungs GmbH (SVG) am Heiligabend einen kurzen Schnitt gemacht und sich in schriller Kostümierung im Schanzenauslauf aufgestellt, um allen Skisprungfans eine „Frohe Weihnacht“ zu wünschen. Da turnten muntere Schnee -und Weihnachtsmänner auf dicken Brillengestellen und auf jedem Schopf glänzte ein reichlich geschmückter Christbaum. „So viel Zeit muss sein“, waren sich die sechs Frauen einig, als sie im Schanzenauslauf fürs Foto vergnügt aus der Reihe tanzten. Ihre Weihnachtsfeier, das wissen sie inzwischen, wird wie immer im Sommer nachgeholt.

Die Weihnachtszeit ist an der Skisprungschanze in Oberstdorf alles andere als besinnlich. Letzte Vorbereitungen zur Tournee müssen getroffen werden. „Das grobe Gerüst steht, aber der Feinschliff wird in den letzten Tagen und Stunden erledigt“, erklärt der Geschäftsführer der SVG, Florian Stern. Gerüste stehen, Zusatztribünen sind aufgebaut, das Glaszelt zwischen den Schanzen ist ebenso aufgerichtet wie die Videowand, die die spektakulären Sprünge der weltbesten Skispringer für die Zuschauer vom Anlauf bis zur Landung in den Fokus nimmt. Die vielen hundert Helfer sind eingekleidet, die Akkreditierungen laminiert und die Autos für den Shuttle-Dienst in Salzburg abgeholt. Alle Ressort- und Bereichsleiter sind seit Wochen im „Stand-by-Modus“ und mit ihren ehrenamtlichen Helfern im engen Kontakt.

Wie die Schneekönige gefreut haben sich die Verantwortlichen im Organisationskomitee über die kalten Temperaturen Mitte Dezember. „Die Bedingungen waren endlich so gut, dass wir in vier Tagen und Nächten ausreichend Schnee produzieren konnten, um die Anlage in einen Topzustand zu bringen“, berichtet sich Florian Stern. Der Dauerregen in den vergangenen Tagen war kein Problem.

Weil alles so gut nach Plan läuft, heißt das auch, dass sich die SVGler über Weihnachten eine klitzekleine Auszeit nehmen durften. „Der erste Weihnachtstag war frei“, sagt Marketing-Chef Stefan Weidhaas. Auch die Dienstleister haben sich die kurze Pause gegönnt. Dafür ging es gestern mit Vollgas weiter, damit die Tournee-Tage erfolgreiche Tage werden. Die Caterer richten sich erst kurz vor Veranstaltung ein, die TV-Trucks rollen an und der Schanze wird der Feinschliff verpasst. Auch vermeintliche Kleinigkeiten gehören dazu: Tannenzweige für den Daaskreis müssen her, die Best-to Beat-Linie wird eingestellt und die Laubbläser postiert. Doch nicht nur an der Schanze packen alle kräftig an, um wieder ein großes Event für die erwarteten 25 500 Zuschauer vorzubereiten. Gleichzeitig muss auch im Langlaufstadion die Infrastruktur für die „Tour de Ski“ am 2. und Januar geschaffen werden.

Seit Wochen im Einsatz

Auch beim härtesten Langlauf-Wettbewerb der Welt ist Verlass auf das Know-How der SVG und der vielen versierten Helfer, die seit Wochen dabei sind, anspruchsvolle und gut präparierte Strecken für die weltbesten Langläufer herzurichten. Und dann ist da noch die große Eröffnungsparty zur Tournee morgen Abend um 19 Uhr im Nordic Park. Vor dem Oberstdorf Haus warten wieder viele hundert Skisprung-Fans gespannt darauf, die Top-15 der Welt und die deutsche Nationalmannschaft hautnah zu erleben. „Das ist für Sportler und Publikum schon immer etwas ganz Besonderes“ weiß Stefan Weidhaas aus den Vorbereitungen in den Vorjahren. Obwohl die Teilnahme für die Athleten nicht verpflichtend ist, genießen die meisten das Bad in der Menge, bevor es tags drauf losgeht mit dem ersten großen Skisprung-Spektakel dieses Winters. Wenn die Sportler sich schon lange in ihre Hotels zurückgezogen haben und die Skisprung-Fans aus aller Welt nach dem Feuerwerk im Nordic Park weiterfeiern, brennt in den Büros an der Schanze noch lange das Licht.

Text: Elke Wiartalla (Allgäuer Anzeigeblatt, 27.12.2018)

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