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am 15.05.2018

Johann Pichler aus Bischofshofen ist neuer Tournee-Präsident

Symbolische Adlerübergabe an den neuen Tournee-Präsidenten

62-jähriger tritt Nachfolge von Michael Maurer an

Historischer Wechsel: Johann Pichler vom Skiclub Bischofshofen ist neuer Präsident der Vierschanzentournee der Skispringer. Das gab das Organisationskomitee jetzt im Rahmen der Tournee-Frühjahrstagung in München bekannt. Mit dem 62-jährigen steht erstmals in der 66-jährigen Geschichte der Tournee ein Vertreter vom Skiclub Bischofshofen an der Spitze der bedeutendsten Wintersportserienveranstaltung der Welt. Pichler löst Michael Maurer vom Skiclub Partenkirchen ab, der in den vergangenen drei Jahren Tourneepräsident war. Gleichzeitig wechselt auch die Geschäftsstelle der Vierschanzentournee von Garmisch-Partenkirchen nach Bischofshofen.

„Das ist natürlich eine besondere Ehre für mich, dass ich der Erste aus Bischofshofen in diesem Amt sein darf“, erklärte Pichler, als er bei der symbolischen Amtsübergabe den goldenen Tournee-Adler, die Trophäe der Vierschanzentournee, von Michael Maurer in Empfang nahm. Pichler ist in der internationalen Ski-Szene bestens vernetzt und als Funktionär im Skispringen weltweit geschätzt. 21 Jahre lang war der heute 62-jährige als Sprungrichter und auch Technischer Delegierter des internationalen Ski-Verbandes FIS in über 120 Wettkämpfe involviert. 18 Jahre lang war er zuletzt Geschäftsführer des Skiclubs Bischofshofen und damit auch Leiter des Organisationskomitees beim Finale der Vierschanzentournee am Dreikönigstag. Seit zwei Jahren ist Pichler geschäftsführender Präsident beim Skiclub Bischofshofen, als Nachfolger von Hermann Schütter. Im Skiclub Bischofshofen ist Johann Pichler seit 38 Jahren aktiv und seit dieser Zeit engagiert er sich auch für die Tournee. „Ich habe damals als Schaufler im Auslauf angefangen“, erinnert sich Pichler schmunzelnd an die Anfänge seiner Karriere zurück.

„Mit dir habe ich wirklich einen würdigen Nachfolger. Ich übergebe das Amt in beste Hände“, erklärte der scheidende Tourneepräsident Michael Maurer im Rahmen der traditionellen Frühjahrstagung der Vierschanzentournee, zu der nicht nur die Vertreter der Verbände FIS, DSV und ÖSV, sondern auch die TV- und Vermarktungspartner, sowie die wichtigsten Tournee-Dienstleister erschienen waren, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Der Wechsel an der Spitze der Vierschanzentournee erfolgte turnusmäßig. Vor über 15 Jahren haben die Präsidenten der vier Partnervereine Skiclub Oberstdorf, Skiclub Garmisch-Partenkirchen, Sportclub Bergisel und Skiclub Bischofshofen beschlossen, dass der Vorsitz der Tournee meist im drei- bis maximal fünfjährigen Rhythmus und im Wechsel zwischen deutschen und österreichischen Partnern alternieren soll. Johann Pichler ist der siebte Präsident der Vierschanzentournee und der dritte Österreicher in diesem Amt. Die bisherigen Präsidenten waren Putzi Pepeunig (Innsbruck, 1952 bis 1986), Hans Ostler (Garmisch-Partenkirchen, 1986 bis 2003), Dietmar Hemerka (Innsbruck, 2003-2006), Claus-Peter Horle (Oberstdorf, 2006 bis 2010), Alfons Schranz (Innsbruck, 2010 bis 2015) und Michael Maurer (Garmisch-Partenkirchen, 2015 bis 2018).

Text und Bild: Ingo Jensen

am 23.04.2018

Großartige Aufholjagd beschert Platz 2 im Jugendcup

Der Pokal bleibt, wo er war. Zum siebten Mal hintereinander gewann die Mannschaft aus Courchevel den Jugendcup der Internationalen Skizentren im Alpenraum, der in diesem Jahr in Saas-Fee/Schweiz stattfand

Der Pokal bleibt, wo er war. Zum siebten Mal hintereinander gewann die Mannschaft aus Courchevel den Jugendcup der Internationalen Skizentren im Alpenraum, der in diesem Jahr in Saas-Fee/Schweiz stattfand. Doch den Oberstdorfern gelang am zweiten Renntag eine Aufholjagd, die es in den 53 Jahren dieses Wettbewerbes noch nie gegeben hat. Vom fünften und damit letzten Platz im Slalomwettbewerb nahmen die alpinen Renntalenten aus dem Allgäu im Riesenslalom das Herz in die Hand und holten sich mit Topergebnissen am Ende noch den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Entsprechend glücklich kehrte die Delegation mit 29 jungen Rennfahrern, acht Trainern und Betreuern und einer ganzen Reihe Eltern aus der Schweiz zurück nach Oberstdorf.

Beim 53. Internationalen Jugendcup in Saas-Fee traten zwei Tage lang die besten 150 Jungtalente zwischen zwölf und 16 Jahren aus Oberstdorf (Deutschland), Madesimo (Italien), Courchevel (Frankreich) und Schruns (Österreich) im Slalom und Riesenslalom gegeneinander an. Das Wetter wollte erst nicht so richtig mitspielen. Die Plattjenpiste in Saas-Fee war am Dienstagmorgen in dichten Schnee gehüllt, als die Nachwuchstalente aus den fünf Nationen im Slalom gegeneinander antraten. Für die Oberstdorfer endete der Wettbewerb trübe und enttäuschend. Der fünfzigprozentige Ausfall der deutschen Teilnehmer war auch durch die guten Ergebnisse von Marie-Therese Haller und Sophie König nicht wett zu machen. Die beiden Mädchen hatten sich im Jahrgang 2006/07 den zweiten und dritten Rang geholt. Punkte sammelten auch Fabienne Beck und Amelie Vogg als Sechste und Siebte. Bei den älteren Mädchen holte auch Paulina Agsteiner mit Rang 2 noch wichtige Punkte heraus. Ebenfalls einen zweiten Platz gab es für Fabian Endras (Jahrgang 2004). Auch Elina Lipp holte in der Altersklasse 2002/03 mit dem vierten Rang noch ein paar Kastanien aus dem Feuer. Insgesamt elf Ausfälle waren jedoch nicht auszubügeln, sodass am Ende nur der letzte Platz für die Oberstdorfer blieb.

Ganz anders zeigte sich der Folgetag. Nicht nur die Sonnenstrahlen kämpften sich durch die Wolkendecke. Auch die Sieger im Riesenslalom hatten allen Grund zum Strahlen. Die Oberstdorfer holten sich in allen Jahrgängen insgesamt acht Podestplätze und reihenweise Ränge unter den Top Ten. Ganz stark waren hier die Mädchen der Jahrgänge 2006/07. Marie-Therese Haller, Amelie Vogg, Sophie König, Fabienne Beck und Rubina Amann belegten die Plätze 1 bis 5. Podestplätze gab es auch für Elina Lipp (3.) Max Geissler-Hauber (1.), Benno Brandis (1.) und Hannes Ammann (3). „Eine unglaublich starke Leistung in einer spannenden Aufholjagd, wie sie in all den Jahren im Jugendcup noch nie da gewesen ist“, freute sich der Sportwart Alpin vom Skiclub Oberstdorf, Cornel Becherer.

Die Gesamtwertung jedoch gewannen zum siebten Mal die Franzosen aus Courcehvel. Zum siebten Mal in Folge nahmen sie den Pokal nach Hause. 1. Courchevel ( FRA) 704 Punkte 2. Oberstdorf (GER) 585 Punkte 3. Schruns ( AUT) 534 Punkte 4. Madesimo (ITA) 520 Punkte 5. Saas-Fee (CH) 468 Punkte

Jugend-Cup Präsident Thomas Kretschmer freute sich beim festlichen Ausklang in Saas-Fee, die anderen vier Nationen zum 54. Jugend-Cup vom 1. bis 4. April 2019 nach Oberstdorf einzuladen. Denn im nächsten Jahr sind wieder die Allgäuer an der Reihe, die traditionelle Jugendskiveranstaltung, dann zum elften Mal seit 1969, auszutragen.

am 27.03.2018

Heiße Debatte um den WM-Team-Wettbewerb

DSV Springerinnen werben für Teamspringen

Am Rande des Weltcup-Finales in Oberstdorf gibt es harsche Kritik am Österreichischen Skiverband, der bei der Weltmeisterschaft 2019 in Seefeld wohl keinen zusätzlichen Wettkampf ins Programm aufnehmen will. DSV-Trainer Bauer spricht sogar von einem Skandal

Da waren sich Veranstalter, Verbände, Sportlerinnen und Fans einig: Das Weltcup-Finale in Oberstdorf war Werbung pur für das Frauen-Skispringen. Sara Takanashi, Maren Lundby und Daniela Iraschko-Stolz lieferten sich an beiden Tagen einen hochklassigen und spannenden Dreikampf um die Einzelsiege, und auch die hauchdünne Entscheidung um den Gewinn des Nationencups elektrisierte alle Beteiligten. Am Ende feierten die deutschen Skispringerinnen eine Party in Schwarz-Rot-Gold, nachdem sie einen Minimal-Vorsprung von fünf Punkten gegenüber Japan ins Ziel gerettet haben.

Nach Friede, Freude, Eierkuchen gab es in Oberstdorf aber schon bei der anschließenden Pressekonferenz deutliche Worte und scharfe Kritik von Sportlerinnen und Trainern, was die Weiterentwicklung des Frauen-Skispringens betrifft. Die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz, mit 34 Jahren die älteste Springerin im Weltcup, machte die erste deutliche Ansage in Richtung ihres eigenen nationalen Verbandes. Sie verstehe es überhaupt nicht, dass der ÖSV keinen Team-Wettbewerb bei der Nordischen Ski-WM 2019 ins Programm aufnehmen möchte, obwohl der Internationale Skiverband dafür den Weg längst freigemacht habe. „Wer hier in Oberstdorf dieses emotionale Finale im Nationencup gesehen hat, diese vielen glücklichen Mädchen, der hat gesehen, wie spannend ein solcher Team-Wettkampf sein kann.“ Iraschko-Stolz hatte sich mit ihren österreichischen Teamkolleginnen bereits zuvor zu einem Foto zusammengestellt, auf dem sie ein Plakat mit der Aufschrift „Praying 4 Teamcompetition World Championship Seefeld“ in die Kamera halten. Sie würden also gemeinsam für einen Team-Wettbewerb bei der WM nächstes Jahr beten. Auf Facebook forderten sie: „Bitte lasst uns auch nächste Saison das Land Österreich in der nationalen und internationalen Sportwelt stolz vertreten. Keinen Damenteambewerb auszutragen wäre ein herber Rückschlag für den gesamten Damensprungsport und für Österreich einfach nur traurig.“

Übrigens: auch die deutschen Top-Springerinnen beteiligten sich an dieser Klein-Demonstration und ließen sich mit dem Plakat fotografieren.
Iraschko-Stolz legte bei der (in Englisch gehaltenen) Pressekonferenz verbal nach: „Ich werde dafür kämpfen, dass die Verantwortlichen im ÖSV ihre Meinung ändern.“ Und: Sie selbst wäre „nicht mehr stolz , eine Österreicherin zu sein, wenn dieser Team-Wettbewerb in Seefeld weiterhin abgelehnt werden würde.“

Auch Olympiasiegerin Maren Lundby aus Norwegen sprach sich klar für das Frauen-Vierer-Team in Seefeld aus. Sie werde über die Athletensprecherin Sarah Hendrickson (USA) die mehrheitliche Meinung der Skispringerinnen an die FIS weitergeben und hoffe, das das Programm sowohl bei Weltmeisterschaften als auch bei Olympischen Spielen künftig ausgeweitet werde.

Der deutsche Bundestrainer Andreas Bauer ging noch einen Schritt weiter. Er sprach von einem „Skandal“, dass der ÖSV sich gegen den Team-Wettbewerb wehre, obwohl es einen dazu einen letztes Jahr in Portoroz (Slowenien) verabschiedeten Beschluss vom Vorstand des Internationalen Skiverbandes gebe. Als Gegenargument, so Bauer, kenne er aus Seefeld nur die angeblich zu hohen Kosten: „Aber das ist für mich eine vorgeschobene und fadenscheinige Ausrede“, sagte Bauer und fuhr fort: „Bei einer WM sind die Schanzen präpariert, die Medien vor Ort, da kann man gut und gerne einen Wettkampf mehr durchführen.“ Vom Österreicher Paul Ganzenhuber, dem Vorsitzenden des FIS-Komitees für Kalenderplanung, habe Bauer gehört, dass der FIS-Beschluss beim Kongress Mitte Mai in Griechenland durchgewunken werde. Der DSV-Trainer kann die Ablehnung aus Seefeld nicht verstehen: „Man hat hier in Oberstdorf gesehen, wie viele starke Teams es gibt. Selbst Österreich hat neben den routinierten Springerinnen mit Eva Pinkelnig und der jungen Lisa Eder jetzt eine richtig starke Mannschaft, die um die Medaillen mitspringen kann.“

Trotz des Saisonendes stehen dem Frauen-Skispringen also spannende Wochen und Monate bevor. Es bleibt abzuwarten, ob der ÖSV und die WM-Organisatoren in Seefeld auf die Forderungen und Wünsche von FIS und Athletinnen reagieren oder auf den Veranstaltervertrag pochen, den sie mit der FIS 2014 beim WM-Zuschlag in Barcelona ohne den Frauen-Team-Wettbewerb unterzeichnet haben.

Text: Thomas Weiß
Foto: Harald Döpfert
Bildunterschrift: Auch die deutschen Skispringerinnen werben für einen Team-Wettbewerb bei der Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld: (Von links) Carina Vogt, Ramona Straub, Juliane Seyfarth, Anna Rupprecht und Katharina Althaus, die beim Saisonfinale in Oberstdorf den Nationencup gewonnen haben.

am 25.03.2018

Wieder Doppelsieg für Takanashi in Oberstdorf

Nationencup

Samstags-Sieg verleiht Japanerin auch am Sonntag Flügel. Deutsche gewinnen Nationencup und Althaus wird Zweite im Gesamt-Weltcup

The same procedure than yesterday! Beim Damenweltcup in Oberstdorf standen nach dem zweiten Wettkampf am Sonntag dieselben Skispringerinnen in derselben Reihenfolge auf dem Podest wie am Samstag. Die Japanerin Sara Takanashi, offenbar beflügelt vom Erfolg des Vortags, holte sich mit zwei Supersprüngen (99,0m /102,5m) und einem Vorsprung von 11,6 Punkten erneut den ersten Platz und durfte somit ihren 55. Weltcupsieg feiern. Die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz zeigte wie am Vortag mit 103,0 Meter im zweiten Durchgang erneut Bestweite. In der Addition reichte es damit wieder für den zweiten Platz. Das Trio komplettierte die Norwegerin Maren Lundby, die mit Weiten von 97,5 und 98,5 Metern Ende 7,8 Punkte hinter Iraschko-Stolz lag.
Die deutschen Skispringerinnen zeigten zwar eine geschlossen gute Mannschaftsleistung und reihten sich auf den Plätzen 7 bis 10 unter den Top Ten ein. Für einen Podestplatz reichte es aber auch bei diesem finalen Heimwettkampf keiner der DSV-Athletinnen.
Grund zum Jubeln gab es für die Deutschen vor den 2250 Zuschauern im Stadion aber trotzdem. Im Gesamtweltcup konnte Katharina Althaus ihren zweiten Platz hinter Maren Lundby verteidigen. Die Norwegerin gewann souverän mit 1340 Punkten. Sara Takanashi lag in der Endabrechnung mit 916 Punkten nur um zwölf Punkte hinter Althaus, die auf Platz sieben die beste DSV-Springerin war.

Auch die Nationenwertung ließen sich die Deutschen nicht mehr nehmen. Zum ersten Mal überhaupt holte sich das DSV-Team diese Auszeichnung. „Ein Sieg, auf den wir sieben Jahre lang hingearbeitet haben“, zeigte sich am Ende der Bundestrainer Andreas Bauer stolz auf seine Athletinnen. Die Japanerinnen hatten es zwar noch spannend gemacht und waren den DSV-Springerinnen noch ganz dicht auf den Pelz gerückt. 2952 Punkte reichten jedoch aus für den Sieg vor Takanashi und Co (2947). „Wären Ramona Straub und ich nicht punktgleich auf dem achten Platz gelandet, wären die Japanerinnen an uns vorbeigezogen“, sagte eine überglückliche Carina Vogt. Auch zwischen Platz zwei und drei ging es eng zu. Norwegen lag am Ende um zehn Punkte zurück auf dem dritten Platz.

Stimmen :

Sara Takanashi (Japan, 1. Platz):
„Das ist ein großer Tag für mich. Ich bin so glücklich an diesem Wochenende. Die Wettbewerbe hier in Oberstdorf waren für mich rundum befriedigend. Es war sehr eng in der Gesamtwertung. Mit dem dritten Platz bin ich zufrieden, weil Katharina die ganze Saison über einfach zu stark war“.

Daniela Iraschko-Stolz (Österreich, 2. Platz):
„Dies ist meine Lieblingsschanze und ich bin sehr glücklich, hier zweimal den zweiten Platz gemacht zu haben. Im Sommer werde ich hart arbeiten, damit ich in der nächsten Saison wieder vor dabei sein kann. Das war ein richtig spannendes Finale. Wir Österreicherinnen hatten zwar keine Chance im Nationencup, aber zwischen Deutschland und Japan war es so eng. Und auch in der Gesamtwertung im Weltcup war Katharina und Sara so nah beieinander. Wir sehen hier heute lauter glückliche Mädchen, da sollte es doch etwas werden mit dem Team-Wettbewerb bei der WM im kommenden Jahr in Seefeld. Ich jedenfalls werde für diesen Team-Event kämpfen.“

Maren Lundby (Norwegen, 3. Platz):
„Das war ein perfektes Jahr. Ich bin überrascht, dass es so gut lief und natürlich sehr glücklich. Ein Teil des Geheimnisses ist wohl, dass ich seit langem und sehr oft mit den Jungs zusammen trainiere. Seit fünf Jahren sind wir oft zusammen und da kann ich mir einiges abschauen. Es ist gut, dass wir im nächsten Winter an einigen Stationen mit den Männern gemeinsam Wettkämpfe austragen.“

Katharina Althaus (SC Oberstdorf, 2. Platz im Gesamt-Weltcup):
„Es ist richtig cool, dass ich mit dem zweiten Platz in der Gesamtwertung für die ganzen Mühen in diesem Jahr belohnt werde. Ich freue mich riesig über diesen Rang und über den Sieg im Nationencup, den wir zum ersten Mal überhaupt geholt haben. Der Dank gilt unserem gesamten Team und den Fans, die für eine super Stimmung gesorgt haben.“

am 25.03.2018

Alle sechs DSV-Springerinnen qualifizieren sich fürs letzte Saisonspringen

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Kopf-an Kopf-Duell zwischen Takanashi und Iraschko-Stolz?

Alles deutet auch am zweiten Wettkampftag von Oberstdorf auf ein Kopf-an-Kopf-Duell zwischen Vortagessiegerin Sara Takanashi (Japan) und der Zweiten Daniela Iraschko-Stolz (Österreich) hin. In der von wechselnden Windbedingungen geprägten Qualifikation steht die mit 34 Jahren älteste Athletin aus der Steiermark mit 104,5 Metern ganz oben auf der Ergebnisliste, gefolgt von Takanashi mit 104,0 Metern. Mit der Drittplatzierten Maren Lundby aus Norwegen ist das Quali-Podest mit den gleichen Sportlerinnen besetzt wie gestern beim ersten Weltcup-Wettbewerb. Carina Vogt war als Sechste der Qualifikation erneut beste Deutsche. Auch Ramona Straub (14.), Juliane Seyfarth (17.), Katharina Althaus (20.), Anna Rupprecht (23.) und Gianina Ernst (36.) schafften die Qualifikation für den 1. Wertungsdurchgang, für den sich die besten 40 Sportlerinnen qualifizieren.
Die Zuschauer freuen sich auf einen Wettkampf bei strahlendem Sonnenschein.

am 24.03.2018

Weitere Stimmen

Carina Vogt

So sahen die DSV-Athletinnen und der Bundestrainer den Wettkampf

Carina Vogt (SC Degenfeld, 4. Platz)
„Ziemlich zufrieden. Beim ersten Sprung war ich am Schanzentisch etwas spät. Da habe ich sicher ein paar Meter liegen gelassen. Aber prinzipiell war es mit die beste Platzierung in diesem Jahr. Es hat riesig Spaß gemacht hier bei dem Wetter und den vielen Zuschauern. Morgen versuche ich, zwei gute Sprünge hinzubekommen und hoffe, dass es ein guter Abschluss wird.“

Katharina Althaus (SC Oberstdorf, 8. Platz)
„Ich bin nicht zufrieden. Die Sprünge waren nicht das, was ich wirklich kann. Für diese Leistung ist der achte Platz ja noch ganz ordentlich. Aber bei so einem tollen Wetter und so einem genialen Fan-Block macht Skispringen trotzdem richtig viel Spaß. Ich lass mir die Stimmung da jetzt nicht vermiesen. Solche Sprünge passieren ganz einfach immer wieder mal. Ich hab zwar nicht gespürt, dass mehr Druck da ist, aber Heimspringen sind halt doch etwas anderes. Heute hat es leider nicht gereicht, ich werde deshalb morgen noch mal richtig Gas geben und versuchen, dass mehr dabei rauskommt.“

Juliane Seyfarth (WSV 07 Ruhla, 21. Platz)
„Ich habe leider zweimal nicht den besten Sprung erwischt. Der Probedurchgang war da wesentlich besser. Nun ist es auch gut, dass die Saison zu Ende ist. Am Montag beginnen noch einige Tests, dann fahr ich in den Urlaub. Anschließend geht es auf den Bundeswehr-Lehrgang nach Warendorf.“

Gianina Ernst (SC Oberstdorf, 24. Platz):
„Es ist immer schön, einen Heimweltcup zu springen. Das macht total viel Spaß, noch dazu bei einem so tollen Wetter. Mit der Saison bin eigentlich zufrieden, weil ich zum ersten Mal komplett im Weltcup starten durfte. Jetzt ist allerdings ein bisschen die Luft raus. Vor allem die Zeit, als die anderen bei Olympia waren, war schwer, weil ich viel allein trainieren musste. Jetzt freue ich mich auf den Sommer. Ein bisschen Abstand tut auch mal gut.“

Agnes Reisch (WSV Isny, 25. Platz):
„Es ist schön, mal wieder im Weltcup zu starten. Mit meinem Sprüngen hier war ich ganz zufrieden. Der 25. Platz ist mein bestes Saisonergebnis. Die zwei Versuche waren nicht ganz sauber, weil ich ein bisschen zu viel Gewalt reingesteckt habe. Nachdem ich aber bereits im Sommer und dann nochmal am Anfang des Winters verletzt war, bin ich froh, die Saison so beenden zu können.“

Ulrike Gräßler (VSC Klingenthal, nicht qualifiziert für den 2. Durchgang):
„Insgesamt fühl‘ ich mich wieder ganz gut nach meiner langen Verletzung. Ich habe ja Mitte August erst wieder richtig angefangen und bin noch recht weit weg. Natürlich wäre ich hier gern weiter gesprungen, aber mit dem kurzen Anlauf tu ich mir sehr schwer. Ich bin jetzt 30 Jahre alt , da stellt sich die Frage nach der Zukunft. Wenn es die Förderung zulässt, würde ich aber gern noch bis zur Weltmeisterschaft in Seefeld weitermachen.“

Andreas Bauer (DSV-Bundestrainer)
„Heute sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Nach einem guten Training und einem guten Probedurchgang war der erste Durchgang mit den Plätzen sieben und neun schon zu schwach. Da waren zu viele Fehler in den Sprüngen und es hat die Spur Lockerheit gefehlt. Carina hat nochmal angegriffen und mit Rang vier ja auch noch am Podest gekratzt. Ich habe das Gefühl, die Mädels beim Heimweltcup etwas übermotiviert waren.“

am 24.03.2018

Stimmen Pressekonferenz

Sara Takanashi

Nach dem Wettkampf am Samstag

Sara Takanashi (Japan, 1. Platz):
„Das war mein fünfter Sieg in Oberstdorf, also ist das hier meine Schanze. Natürlich mache ich immer noch ein paar kleine Fehler, aber heute hatte ich wirklich Glück mit den Bedingungen. Ich habe das richtige Windfenster erwischt. Über den 54 Sieg im Weltcup freue ich mich und morgen geht es neben den Einzelwettkampf auch noch darum, den Nationencup vor den Deutschen zu holen

Daniela Iraschko-Stolz (Österreich, 2. Platz):
„Letztes Jahr lief es ja nicht so gut, aber heute war alles bestens. Das Wetter war toll, viele meiner Fans sind gekommen, weil Oberstdorf nicht weit weg ist von zuhause. Dass das Stadion so gut besucht , war richtig lässig. Im ersten Durchgang war meine Landung nicht gut, da ist mir das System auseinandergeflogen und hat mir bei den Haltungsnoten ganz schöne Verluste eingebracht. Der zweite Sprung war dann superlässig. Ich muss aber auch zugeben, dass ich es gut erwischt habe mit dem Wind“.

Maren Lundby (Norwegen, 3. Platz):
„Ich wollte natürlich weiter nach vorn kommen, aber die Bedingungen haben zu sehr gewechselt. Darum kann ich mit dem dritten Platz noch sehr zufrieden sein. Obwohl ich die Wettkampfsaison sehr genossen habe, bin ich so kurz vorm Ende der Saison auch ein bisschen müde und froh, wenn jetzt erstmal ein wenig Ruhe einkehrt.“

am 24.03.2018

Japanerin Takanashi bricht Rekorde

Sara Takanashi 54. Sieg

Nach dem fünften Sieg in Folge am Oberstdorfer Schattenberg ist die nur 1,52 Meter große Asiatin die Größte im Weltcup. Mit 54 Siegen überflügelt sie in der Skisprung-Bestenliste Gregor Schlierenzauer

Oberstdorf bleibt für Sara Takanashi ein Ort des Glücks. Wie schon in beiden Jahren zuvor holte sich die zierliche Japanerin auch im ersten von zwei Wettbewerben zum Saisonfinale den Sieg. Mit 100,5 Metern und 96,5 Metern erreichte Takanashi am Samstag zwar nicht die größten Weiten, erhielt bei wechselnden Windbedingungen aber die höchsten Noten. Vor 2300 Zuschauern siegte die Japanerin bei strahlendem Sonnenschein mit nur drei Punkten Vorsprung vor der Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz und Olympiasiegerin Maren Lundy aus Norwegen.

Damit baute Takanashi ihre Erfolgsserie in Oberstdorf auf fünf Triumphe hintereinander aus. Von Teamkolleginnen und zahlreichen japanischen Medienvertretern wurde Takanashi aber noch für einen ganz anderen Rekord gefeiert. Mit ihrem 54. Weltcupsieg seit 2011 überflügelte die erst 21-jährige Japanerin in der Weltcup-Bestenlisten den Österreicher Gregor Schlierenzauer und darf sich geschlechterübergreifend nun erfolgreichste Skispringerin im Weltcup nennen.

Auch Iraschko-Stolz ist in Oberstdorf Dauergast auf dem Podium. Die Österreicherin schaffte mit zwei Sprüngen über 101,0 Metern eine Marke, an der sich die Konkurrentinnen lange die Zähne ausbissen.
Dabei hatte die kraftvolle 34-jährige Steiermarkerin im ersten Durchgang ihren Sprung abbrechen und wertvolle Punkte einbüßen müssen.

Carina Vogt vom SC Degenfeld war als Vierte die beste deutsche Springerin. Die Silbermedaillengewinnerin von Pyeongchang, Katharina Althaus hatte auf ihrer Hausschanze keine Chance aufs Podest. Die Athletin vom Skiclub Oberstdorf landete auf dem achten Rang und will jetzt im morgigen Wettkampf vor Freunden und Familie erneut zeigen, was sie drauf hat.

Im Nationencup führen die DSV-Athletinnen vor dem letzten Wettbewerb am Sonntag zwar nachwievor mit 2819 Punkten, die Japanerinnen haben aber 49 von 120 Punkten Rückstand gutgemacht und sind den Deutschen mit 2748 Zählern auf den Pelz gerückt.

Weitere Platzierungen für die deutschen Skispringerinnen: 15. Ramona Straub (SC Langenordnach), 21. Juliane Seyfarth (WSC 07 Ruhla), 23. Anna Rupprecht (SC Degenfeld), 24. Gianina Ernst (SC Oberstdorf), 25. Agnes Reisch (WSV Isny). Pauline Hessler (WSV 08 Lauscha) und Ulrike Gräßler (VSC Klingenthal) qualifizierten sich nicht für den zweiten Durchgang.

Bundestrainer Andreas Bauer nominierte für das letzte Springen am Sonntag neben seinen vier Top 15-Athletinnen im Weltcup (Althaus, Vogt, Seyfarth und Straub) noch Anna Rupprecht und Gianina Ernst.

am 23.03.2018

Olympiasiegerin Lundby beherrscht Qualifikation von Oberstdorf

Maren Lundby

Norwegerin schafft mit 101,5 Metern die größte Weite. Althaus und Vogt auf den Rängen vier und fünf. Insgesamt qualifizieren sich neun DSV-Springerinnen für ersten Wettkampf am Samstag

Perfekte Bedingungen hatten die 53 weltbesten Skispringerinnen aus 13 Nationen am ersten Tag des Weltcup-Finales in Oberstdorf. In Deutschlands südlichster Gemeinde herrschen Ende März noch beste Schneebedingungen, pünktlich zum Start des Trainings am Freitag schien sogar die Sonne über dem Schattenberg-Skistadion. Auch die Athletinnen konnten glänzen. Olympiasiegerin Maren Lundby aus Norwegen gewann die Qualifikation mit 101,5 Metern vor der Japanerin Sara Takanashi mit 101,0 Metern. Beide hatten mit 103,5 bzw. 103,0 Metern auch die weitesten Sprünge in den zwei Trainingsdurchgängen gestanden. Hinter der in Oberstdorf traditionell stark springenden Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz platzierte sich vor 950 Zuschauern in der Audi Arena Lokalmatadorin Katharina Althaus auf Rang vier. Die 21-jährige Silbermedaillengewinnerin von Pyeongchang war mit ihren 97 Metern in der Qualifikation nicht ganz zufrieden: „Die Sprünge waren ordentlich, aber ich muss mir in der Videoanalyse noch mal genau anschauen, was nicht so gepasst hat. Gefühlsmäßig war ich am Schanzentisch nicht ganz so pünktlich“. Carina Vogt vom SC Degenfeld wurde Fünfte, was Bundestrainer Andreas Bauer ebenso zufriedenstellte wie die Tatsache, dass sich neun seiner elf Athletinnen für den ersten Wettkampf am Samstag ab 15 Uhr (live im ZDF) qualifizierten. Lediglich die beiden Nachwuchsspringerinnen Selina Freitag und Arantxa Lancho (beide SG Nickelhütte Aue) scheiterten mit den Plätzen 42 und 45 am ersten Wertungsdurchgang der besten 40 Skispringerinnen.

Das Abschneiden der DSV-Athletinnen:
19. Juliane Seyfarth (WSC Ruhla) 90,5 m
21. Agnes Reisch (WSV Isny) 91,0 m
26. Pauline Hessler (WSV Lauschau) 90,0 m
27. Ramona Straub (SC Langenordnach) 87,0 m
31. Anna Rupprecht (SC Degenfeld) 88,5 m
37. Gianina Ernst (SC Oberstdorf) 86,0 m
39. Ulrike Grässler (VSC Klingenthal) 85,5 m
Nicht qualifiziert:
42. Selina Freitag (SG Nickelhütte Aue) 80,0 m
45. Arantxa Lancho (SG Nickelhütte Aue) 73,5 m

am 23.03.2018

Aller Anfang ist schwer

Selina Freitag und Arantxa Lancho

Selina Freitag und Arantxa Lancho trainieren und wohnen seit dem Sommer in Oberstdorf. Beim Weltcup-Finale müssen die DSV-Talente allerdings noch Lehrgeld zahlen

Der große Bruder Richard verbringt dieses Wochenende beim Skifliegen in Planica. Selina Freitag, vom Stadionsprecher als die „kleine Schwester vom Ritchie“ angekündigt, freut sich dagegen, beim Damen-Weltcup in Oberstdorf dabeisein zu dürfen. Schließlich ist die Audi-Arena seit dem vergangenen Sommer ihr Trainingsmittelpunkt und so etwas wie ihre „zweite Heimat“ geworden. Seit dem Schuljahrsbeginn wohnt die 16-Jährige im Sportinternat und besucht die zehnte Klasse im Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium. Die Schulbank drückt sie nun gemeinsam mit ihrer Clubkameradin von der SG Nickelhütte Aue, Arantxa Lancho, die ebenfalls im Sommer nach Oberstdorf gewechselt ist. Selina ist den Alltag im Sportinternat bereits aus ihrer Zeit in Oberwiesenthal gewöhnt. Für Oberstdorf hat sie sich entschieden, weil sie hier alles beieinander hat: Trainer, Team und Elite-Gymnasium mit Streckung der Schulzeit für Spitzensportler. Arantxa nutzte die Chance, sich nach der Mittleren Reife im Erzgebirge nun am Oberstdorfer Gymnasium fürs Abitur vorzubereiten und hier mit dem kompletten C-Kader trainieren zu können.

Für beide ist der Auftritt beim Weltcup ein recht neues Gefühl, denn bisher waren sie hauptsächlich im Continental- und FIS-Cups unterwegs. Während die 18-jährige Arantxa bereits 2016 ihr Debüt im Weltcup gab, feierte Selina in dieser Saison in Hinterzarten ihr Debüt. Mit ihren Leistungen in diesem Winter ist sie rundum zufrieden. Der Start im Weltcup, die Teilnahme an der Jugend-Weltmeisterschaft, der erste gemeinsame Flug mit der Mannschaft zum FIS-Cup nach Falun, all das fand Selina sehr spannend. Leider verfehlte sie die Qualifikation für den Wettkampf am Samstag ebenso wie Arantxa Lancho, aber an ihrer positiven Saison-Bilanz ändert das nichts.
Dass sie immer wieder als „kleine Schwester“ vom Richard vorgestellt wird, findet sie nicht schlimm. Im Gegenteil: „Ich bin stolz auf meinen Bruder“, verrät sie. Ihre Pläne für die Osterferien, die vor der Tür stehen: Mit den Eltern zusammen in den Urlaub nach Italien fahren. Darauf freut sie sich enorm, denn trotz des guten Starts in Oberstdorf, wo auch ihr Bruder inzwischen lebt, vermisst sie ihre Familie sehr. „Aber das geht dem Richard genauso“, weiß sie.
Arantxa Lancho, die Oberwiesenthalerin mit peruanischen Wurzeln, freut sich ebenfalls auf ein Wiedersehen mit der Familie, muss aber noch ein paar „Überstunden“ machen. Ihr Start in die Osterferien beginnt erst eine Woche später, denn sie will noch dringend Lehrstoff nachholen, den sie aufgrund der vielen Fehltage versäumt hat. Danach geht es für die 18-Jährige ab in die Heimat.

41 bis 50 von 810123456789