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am 07.02.2018

Christina Geiger wieder verletzt

Christina Geiger

Ihren Olympiastart in Korea beim Slalom am 14. Februar sieht Christina Geiger nicht in Gefahr

„Meine besten Freunde waren in den letzten Tagen - Wackelbretter und Wackelkissen! - , schreibt Skirennläuferin Christina Geiger vom SC Oberstdorf auf ihrer Facebook- Seite und postete auch das entsprechende Foto. Was war passiert: „Leider habe ich mir bei meinem Einfädler im letzten Slalom in
der Lenzerheide einen Teilabriss der Syndesmose im Sprunggelenk zugezogen.“ Den Parallel-Slalom kurz darauf in Stockholm fuhr die 28-Jährige trotz Schmerzen und mit „zusammengebissenen Zähnen“, wie sie sagt. Ihren Olympiastart in Korea beim Slalom am 14. Februar sieht Geiger nicht in Gefahr: „Jetzt heißt es geduldig bleiben.“ Zwar konnte sie zuletzt nicht auf
Schnee trainieren, „aber in einer Woche verlernt man ja nicht alles.“

(khw)/Allgäuer Anzeigeblatt, 07.02.2018

am 07.02.2018

Starter des SC Oberstdorf kehren mit Gold zurück

Junioren Weltmeisterschaft 2018 in Goms /CH

Skispringer Philipp Raimund und Langläuferin Celine Mayer feiern bei der Junioren-Weltmeisterschaft in der Schweiz ihre bislang größten Erfolge

Für Nachwuchs-Skispringer Philipp Raimund war es alles andere als ein gewöhnlicher Schultag, als er das erste Mal seit zwei Wochen sein Klassenzimmer im Oberstdorfer Sportgymnasium wieder betrat. Alles drehte sich um den 17-jährigen Oberallgäuer. Sowohl seine Lehrer als auch seine Mitschüler löcherten ihn mit neugierigen Fragen. „Da gab es schon einen kleinen Rummel um mich“, gesteht Raimund und ergänzt: „Das war etwas Besonderes. Aber es blieb trotzdem alles im Rahmen.“ Und das, obwohl der Elftklässler mit Glückwünschen regelrecht überschüttet wurde. Denn erst zuvor hatte der Nachwuchs-Skispringer vom SC Oberstdorf mit seinen Teamkollegen von der deutschen Nationalmannschaft bei der Nordischen Junioren-Weltmeisterschaft in Kandersteg/Schweiz die Goldmedaille gewonnen. Damit krönte der gebürtige Göppinger eine schier außergewöhnliche Woche mit dem bislang größten Erfolg seiner Karriere. Wirklich fassen kann der 17-Jährige sein Glück aber noch nicht. „Ich habe das noch gar nicht realisiert und fühle mich eigentlich genauso wie davor“, sagt Raimund, der laut eigener Aussage „ohne große Erwartungen“ zur WM in die Schweiz gereist war. Den Moment, in dem feststand, dass er mit seiner Mannschaft die Weltmeisterschaft gewonnen hat, wird der Oberstdorfer freilich noch lange in Erinnerung behalten. „Das war atemberaubend. Ein unglaubliches Gefühl“, erzählt er. „Ich bin unendlich glücklich und gehe jetzt noch selbstbewusster in die kommenden Wettkämpfe.“ Mit dem Continental-Cup in Brotterode/Thüringen steht für Raimund der Nächste in knapp zwei Wochen auf dem Programm. Doch bevor es für ihn wieder auf die Schanze geht, muss der Allgäuer zunächst noch fleißig die Schulbank drücken. Denn jetzt schreibt Raimund, der im Sommer 2019 sein Abitur machen will, eine wichtige Chemie-Klausur. „Natürlich würde ich jetzt gerne schon wieder trainieren. Aber die Schule ist auch wichtig. Lernen gehört eben dazu“, sagt der Oberstdorfer, der bei weitem nicht der einzige Allgäuer ist, der von der Junioren- WM mit Edelmetall zurückgekehrt ist.

Auch Celine Mayer vom SC Oberstdorf holte mit der deutschen Langlauf Staffel Gold. Ähnlich wie Raimund hatte sich die 19-jährige Isnyerin vor dem Wettkampf im schweizerischen Goms keine ernstzunehmenden Hoffnungen auf einen Medaillengewinn gemacht. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Mayer. Die Favoritenrolle hätten im Vorfeld andere Nationen eingenommen. Umso größer war die Freude über den Sieg bei der Allgäuerin, die zum ersten Mal überhaupt bei einer Junioren-WM an den Start gegangen war. „Sich jetzt Weltmeisterin nennen zu dürfen, das klingt ein bisschen unrealistisch“, sagt Mayer. Und dass sie überhaupt an der WM teilnehmen durfte, war lange Zeit alles andere als selbstverständlich. Denn die Saison der 19-Jährigen, die für ihr Training täglich zwischen Isny und Oberstdorf hin und her pendelt, war bisher zum Großteil von Krankheiten geprägt. Ihr volles Potenzial konnte sie somit nur selten unter Beweis stellen, mit einer WM-Nominierung hat sie gar nicht erst gerechnet. Doch entgegen ihrer Erwartungen kam die Berufung in den Mannschafts-Kader. „Und in Goms habe ich dann meine besten Saisonleistungen gezeigt“, freut sich Mayer. Diese Leistungen wolle sie nun im anstehenden Continental-Cup bestätigen und sich in der kommenden Saison für den deutschen B-Kader qualifizieren.

Eine weitere Medaille für den SC Oberstdorf holte Julian Schmid. Der 18-jährige Kombinierer landete im Mannschaftswettbewerb mit Deutschland hinter Österreich auf Rang zwei. „Es waren hier so viele starke Mannschaften dabei. Unglaublich, dass wir am Ende Zweiter geworden sind“, freut sich der Oberallgäuer. Ebenfalls die Silbermedaille gewannen die deutschen Skispringerinnen um Gianina Ernst (19) vom SC Oberstdorf im abschließenden Mixed-Team-Bewerb. Ernst sagt: „Die ganze WM über herrschte eine super Atmosphäre und ich bin sehr stolz darauf, Silber gewonnen zu haben.“

Ergebnisse Starter des SCO bei der Junioren-WM:
Nordische Kombination Männer Team-Wettbewerb (Springen HS106/
4 × 5 km Staffel) 2. Deutschland mit Julian Schmid (SC Oberstdorf).

Langlauf Frauen Einzel 5 km klassisch: 20. Celine Mayer (Isny/SC Oberstdorf); Skiathlon (5 km klassisch, 5 km freie Technik) 14. Celine Mayer, Staffel (4 × 3,3 km): 1. Deutschland mit Celine Mayer.

Skispringen Frauen Einzel HS106: 6. Gianina Ernst (SC Oberstdorf); Mannschaft HS106: 4. Deutschland mit Gianina Ernst (SCO).

Skispringen Männer Einzel HS 206: 9. Philipp Raimund (SC Oberstdorf); Mannschaft HS106: 1. Deutschland mit Philipp Raimund.

Skispringen Mixed HS 106: 2. Deutschland mit Gianina Ernst.

am 06.02.2018

Jetzt schon Starter-Paket sichern!

Schnupperkurse Nordic Day 2014

Der Nordic Day am 18. Februar bietet Sport und Spaß für die ganze Familie

Am Sonntag, 18. Februar, findet von 11.00 bis 15.00 Uhr im Langlaufstadion Oberstdorf/Ried der Nordic Day statt. Auch heuer wird wieder das attraktive Starter-Paket angeboten. Das Starterpaket gibt es ab sofort bei Sport Altenried in Immenstadt. Neben einer hochwertigen Mütze von Salomon sind außerdem mit im Starterpaket: ein Sitzkissen der Sparkasse, zwei Flaschen Allgäuer Alpenwasser und eine Wachsprobe von Holmenkol. Abgerundet wird das Starterpaket von einem Wonnemar-Gutschein – für das Relaxen danach. Das Starterpaket ist bei Sport Altenried in Immenstadt für 10,00 Euro erhältlich (regulärer Wert ca. 35,00 Euro). Die kompletten Einnahmen kommen PROSPORT, der Nachwuchsförderung im Allgäu und Kleinwalsertal
zugute.

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am 01.02.2018

Mit den besten Wünschen nach Korea

Verabschiedung der Olympiateilnehmer 2018

Ein Großteil der Allgäuer Olympia-Teilnehmer macht sich in den nächsten Tagen auf den Weg nach Pyeongchang. Bei der Verabschiedung in Oberstdorf schlüpft der dritte Bürgermeister sogar in die Schornsteinfeger-Kluft

Die Tage vor Olympia sind für Sportler, Trainer und Betreuer Tage der Anspannung. Nichts, aber auch gar nichts soll einen Athleten so kurz vor dem Saison- oder gar Karriere-Höhepunkt aus der Bahn werfen, die Gesundheit rauben oder die Top-Form schmälern. Auch Peter Leiner, der Assistent von Frauen-Skisprung-Bundestrainer Andreas Bauer, verspürte bei der Verabschiedung der Allgäuer Olympia-Teilnehmer im Oberstdorf Haus am Dienstagabend plötzlich so ein ungutes Gefühl. Dass sein Schützling Katharina Althaus, die als erste von insgesamt 26 angekündigten Athleten für ein Kurzinterview auf die Bühne gebeten wurde, jetzt über eine Stunde da oben stehen soll, um anschließend für ein Gemeinschaftsfoto zu posieren, gefiel dem 52-jährigen Stützpunkttrainer gar nicht. Er zögerte zunächst noch, ob er Bürgermeister Laurent Mies und den zu Moderatoren umfunktionierten Führungskräften Hans-Peter Jokschat (Sportstätten Oberstdorf), Dr. Peter Kruijer (Vorsitzender Skiclub) und Harald Löffler (Vorsitzender Eissportclub) in die Parade fahren dürfte. Nach zehn Minuten aber nahm Leiner all seinen Mut zusammen, bat Mies um Verständnis und befreite die Sportler so aus ihrer vorolympischen Bühnenstarre. „Wir trainieren die ganze Woche Spritzigkeit und Schnellkraft“, begründete Leiner hinterher sein Einschreiten und schob nach: „Über eine Stunde Rumstehen ist da der Tod.“

Dabei gab es eine ganze Reihe von Sportler, die froh gewesen wären, sie hätten überhaupt die Bühne betreten können. Weil sie aber wegen eines grippalen Infekts flachliegen, konnten beispielsweise die Langläuferinnen Nicole Fessel, Hanna Kolb und Sandra Ringwald erst gar nicht an der Verabschiedung teilnehmen. Andere hatten Einsätze bei Junioren-Weltmeisterschaften oder Sondertrainings weit außerhalb des Allgäus.
Laurent Mies freute sich dennoch über die Rekordzahl an Allgäuer Olympia-Teilnehmern. Allein durch ihre Qualifikation hätten schon einen riesigen persönlichen Erfolg für sich verbucht. Zum Erfolg beigetragen hätten, so Mies, aber ganz bestimmt auch die guten Trainingsbedingungen, die die Sportler in Oberstdorf vorfänden.

Die Athleten hielten sich in ihren Kurzinterviews übrigens ziemlich bedeckt, was ihre Zielsetzung für Olympia angeht. Fast unisono sagten sie Sätze wie: „Schön wäre es, am Tag X meine beste Leistung abzurufen.“ „Druck mache ich mir keinen. Wenn eine Medaille rausspringt, ist’s gut, wenn nicht, auch kein Beinbruch.“ Dabeisein sei schließlich alles. Wie Eiskunstläuferin Aljona Savchenko bedankte sich auch der Neu-Oberstdorfer Richard Freitag explizit für die Verabschiedung: „Vielen Dank für die Einladung. Ich war ein bisschen überrascht, dass die Integration so schnell gegangen ist“, meinte der Skispringer aus Sachsen augenzwinkernd. Als Glücksbringer überreichte Oberstdorfs dritter Bürgermeister Gerhard Schmid in seiner Kaminkehrer-Kluft jedem Athleten einen großen Glückskeks aus Oberstdorf.

Weil der aber so süß und gehaltvoll sei, riet Jokschat dazu, ihn erst nach den Wettkämpfen anzuknabbern. Dieser Satz hätte in den Tagen vor Olympia auch von einem besorgten Trainer kommen können.

Text: Thomas Weiss, Allgäuer Anzeigeblatt, 01.02.2018
Foto: Elke Wiartalla

am 24.01.2018

Tolle Quoten für Oberstdorf im Fernsehen

Zuschauermassen

OK-Chef Florian Stern blickt auf Skiflug-WM zurück

Mit der offiziellen Schlusszeremonie ist die Skiflug-WM in Oberstdorf zu Ende gegangen. Für Florian Stern (43) war es die erste Weltmeisterschaft als Generalsekretär und Chef des Organisationskomitees. Im AZ-Interview zieht er Bilanz.

Vierschanzentournee, Tour de Ski und zuletzt die Skiflug-WM: Ihre ersten drei Großveranstaltungen als Chef des Organisationskomitees sind vorbei.
Wie fällt Ihr Fazit aus?

Florian Stern: Der Aufwand war groß. Speziell auf die Skiflug-WM bezogen, hatten wir schon im Vorfeld Schwierigkeiten aufgrund des Regens und Sturms. Das hat sich letztlich bis ins Wochenende fortgesetzt. Es waren aber tolle WM-Tage. Wir hatten über 60 000 Zuschauer, Wettkämpfe auf hohem Niveau und tolle Fernsehbilder. Übrigens haben das Einzel am Samstag knapp fünf Millionen und den Team- Wettbewerb am Sonntag im Programm der ARD sogar fast sechs Millionen Menschen gesehen.

Wie haben Sie die vergangenen Wochen denn persönlich erlebt?

Stern: Solche Großveranstaltungen sind Herausforderungen für das ganze Team. Da zähle ich bewusst auch unsere ehrenamtlichen Helfer dazu. Wir sind natürlich froh, dass wir Weltcups und Weltmeisterschaften bei uns ausrichten dürfen. Sie müssten aber nicht unbedingt alle innerhalb von drei Wochen stattfinden (lacht).

Bleibt bis zum nächsten Weltcup, dem Skispringen der Frauen in der Audi Arena Ende März, überhaupt Zeit, ein bisschen Luft zu holen?

Stern: Es geht nahtlos weiter. Die nächsten Tage sind wir noch mit Abbauarbeiten und der Abwicklung der WM beschäftigt. Außerdem sind die Schanzen in der Audi Arena wichtiger Trainingsstützpunkt. Dazu kommt der tägliche touristische Betrieb in der Arena.

Wann wird denn an der Heini-Klopfer-Schanze wieder geflogen?

Stern: Es gibt im provisorischen Fis-Kalender einen Termin im Februar 2019. Der ist aber noch unbestätigt. Wir würden uns sehr darüber freuen.

Interview: Allgäuer Anzeigeblatt/Stephan Schöttl 23.01.2018

am 24.01.2018

Vorfreude auf Bibimbap

Katharina Althaus

Bundestrainer Andreas Bauer bereitet seine Topathletinnen in Oberstdorf auf Olympia in Pyeongchang vor. Das koreanische Nationalgericht gibt’s aber noch nicht so schnell.

Skispringerinnen sind geübt darin, geduldig zu sein. In Training und Wettkampf müssen sie oft warten, sich konzentrieren und Minuten später wieder warten. Abläufe stupide zu wiederholen, gehört zum Tagesgeschäft.
In der Audi Arena war die Tugend Geduld bei den beiden deutschen Top- Skispringerinnen Carina Vogt (25) und Katharina Althaus (21) nicht nur oben am Schanzenturm gefragt, sondern auch im Auslauf der Schattenbergschanzen. Da stehen sie nach dem Spezialtraining im weichen Schnee, nehmen ihren Trainer Andreas Bauer in die Mitte und müssen warten. Darauf, dass der Kameramann sein Okay gibt, dass der Tontechniker sein Wuschel-Mikrofon an einer langen Teleskopstange über ihre Köpfe platziert und dass der Reporter der ARD endlich das Kommando gibt. „Los.“ In diesem Moment ist die gleiche Präzision gefragt wie beim Absprung am Schanzentisch.

„Wir sind be...“ Stopp, schreit plötzlich einer, noch mal. Dass er den falschen Knopf drückte, wird schmunzelnd hingenommen. Also von vorn. Wie im Chor, aber ohne 1-2-3, sagen Althaus, Bauer und Vogt den Satz noch einmal auf: „Wir – sind – bereit – für – Pyeongchang.“ Schön parallel – und mit einer Punktlandung bei der Silbe -chang. Die Aufnahme sitzt. Weil zwei weiteren Kollegen vom Radio aber in den Kopf schießt, sie könnten für ihre Olympia-Vorberichterstattung doch auch noch gut so einen Aufsager brauchen, wird Bauer und seine Mädels noch einmal Geduld abverlangt – und dieser eher spekulative Satz mit „Wir sind bereit“.

Es ist Medientag des Deutschen Skiverbandes – drei Wochen, bevor es im südkoreanischen Pyeongchang um die olympische Einzelmedaille im Frauenskispringen geht. Genau genommen müssten sie den Satz abwandeln in „Wir machen uns bereit für Pyeongchang“. Denn in Oberstdorf bestreiten Trainer- und Betreuerstab zusammen mit den beiden Top-Athletinnen ein Spezialtraining vor dem Saisonhöhepunkt in Korea. Am Material wird ebenso gefeilt wie am Sprungstil, drei Experten des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) aus Leipzig erfassen alle relevanten Daten bei Anlauf, Absprung sowie in der Flugphase – und werten sie abends zusammen mit den Athletinnen aus. „Wir überlassen nichts dem Zufall“, sagt Bauer, „die Zahlen liefern im Idealfall den Beweis, dass nicht nur das Gefühl für den richtigen Sprung passt.“

Neben den Einheiten an der Normalschanze von Oberstdorf, die laut Bauer – was die Geometrie betrifft – fast 1:1 mit der Olympiaanlage in Korea vergleichbar sei, stehen im Allgäu auch noch Gespräche mit einer Ernährungsberaterin und einem Sportpsychologen auf dem Programm.
Nachträglich stießen die beiden ebenfalls nominierten Ramona Straub (Langenordnach) und Juliane Seyfarth (Ruhla) zum Team. Die Oberstdorferin Gianina Ernst, die vor vier Jahren als jüngste Athletin nach Sotschi durfte, muss diesmal zuschauen. Sie erfüllte zwar die DOSB-Norm, nicht aber die strengere Vorgabe des Skiverbandes mit zwei Top-8-Plätzen im Weltcup. Olympiasiegerin Carina Vogt wirkt locker wie selten zuvor. „Ich muss in Pyeongchang nichts hinterherlaufen. Ich hab’ mir meinen Traum schon erfüllt.“ Die Degenfelderin, die bei Großereignissen in den letzten Jahren stets ihre Bestleistungen abrufen konnte, will sich „nur wieder in die Position bringen, dass ich die anderen ärgern kann. Alles andere passiert.“ Ähnlich sieht es Katharina Althaus, die in dieser Saison konstant aufs Podest sprang und sich mit der Norwegerin Maren Lundby lange einen erbitterten Zweikampf an der Weltcup-Spitze lieferte. „Ich freu’ mich drauf, wenn’s losgeht und wenn ich zeigen kann, was ich kann.“ Das Olympia-Trainingslager und der Verzicht auf die Weltcups in Japan, bei der Lundby der Oberstdorferin 260 Punkte enteilt ist, sieht Althaus dennoch positiv: „Daheim runterfahren ist immer gut. Und das Training hier war enorm wichtig.“ Jetzt freue sie sich aber darauf, wenn es am Wochenende in Ljubno (Slowenien) und eine Woche später in Österreich (für den in Hinzenbach abgesagten Wettbewerb steigen eventuell Seefeld oder Villach ein) im Wettkampf-Rhythmus weitergehe, ehe das Team am 6. Februar in den Flieger steige. Pyeongchang, das sie bei einem Trainingslager im Oktober letzten Jahres schon einmal kennengelernt hat, gefällt ihr. Angetan war sie da vor allem vom Bibimbap, einem Reisgericht mit Fleisch
und viel Gemüse. „Das ist mega-gesund und schmeckt genial“, weiß Althaus. Doch auf koreanische Küche muss sie in der ersten Olympia-Woche erst einmal verzichten. Der Deutsche Skiverband hat außerhalb des Athletendorfes eine Unterkunft nahe der Skisprungschanze gebucht – und dafür gleich noch einen deutschen Koch engagiert ...

Allgäuer Anzeigeblatt, 24.01.2018

am 21.01.2018

Favorit Norwegen holt sich Team-Gold

Skiflug WM Team - Weltmeister Norwegen

Daniel Andre Tande wird Doppelweltmeister - Deutschland auf dem undankbaren vierten Rang

Die DSV-Adler mussten sich beim Team-Wettbewerb der Skiflug Weltmeisterschaft mit dem vierten Platz zufrieden geben. Für eine Medaille hat es um 10,9 Punkte und knappe zehn Meter den vier deutschen Springern Richard Freitag, Andreas Wellinger, Markus Eisenbichler und Stefan Leyhe nicht gereicht. Das DSV-Quartett musste sich an der Heini-Klopfer-Schanze dem Titelverteidiger Norwegen, aber auch den Slowenen und den Polen geschlagen geben.
Andreas Wellinger, der im ersten Durchgang mit einem Superflug auf 226,0 Meter große Hoffnungen auf eine Medaille weckte, war am Ende besonders enttäuscht: „Wenn nur jeder einen Meter in jedem Durchgang weiter gesprungen wäre, würde das anders aussehen."
Markus Eisenbichler und Stefan Leyhe haderten mit ihren Leistungen vor allem im zweiten Durchgang. Richard Freitag zeigte zwei solide Sprünge, konnte es am Ende aber auch nicht herausreißen. So platzte erneut der Traum von Bundestrainer Werner Schuster, der sich gewünscht hatte, mit den deutschen Adlern endlich einmal sowohl im Einzel als auch im Team eine Medaille zu holen.

am 21.01.2018

Stimmen nach dem Teamwettbewerb

Skiflug WM Team - Weltmeister Norwegen

Zwei spannende Durchgänge - Tande gewinnt mit Norwegen erneut Gold - Slowenen und Polen folgen auf Platz 2 und 3

Daniel Andre Tande (Team Norwegen, Weltmeister): „Heute war ich extrem nervös vor dem letzten Sprung, ganz schrecklich. Der Druck war groß. Wir hatten zwei neue im Team, die wir nicht einschätzen konnten. Dass wir es geschafft haben,  ist riesig.
Wir waren Favoriten, aber uns wurde nichts geschenkt. Skispringen ist so technisch, da kann von einer auf die andere Sekunde immer was passieren. Heute sind wir alle vier auf einem sehr hohen Niveau gesprungen. Die vier Tage hier haben mich müde gemacht, aber nicht gestresst. Ich hole meine Energie, wo ich kann und setzte sie ein, wo nötig. Ich würde alles genauso nochmal machen, weil es riesigen Spaß gemacht hat.“

Domen Prevc (Team Slowenien, Silbermedaille): „Ich bin nicht gestresst, weil mein Bruder Peter den Stress von mir fern gehalten hat. Unsere Leistung heute ist ein großer Schritt nach vorn. Jetzt hoffen wir das Beste für die Olympischen Spiele. Für mich lief es zu Beginn der Saison noch nicht so gut. Ich weiß ehrlich nicht, warum es heute so gut ging. Ich kam aus dem Probedurchgang gut raus und danach ging alles leicht und einfach."

Pjotr Zyla (Team Polen, Bronzemedaille): „Ich bin sehr glücklich über Bronze, die erste Medaille im Team-Skifliegen überhaupt. Dadurch, dass Kamil Stoch gestern Silber gewonnen hat, war der Druck bei uns nicht mehr so groß. Wie immer, wenn jemand aus dem Team gut ist. Kamil ist überhaupt ein toller Typ für den Team-Spirit und kann großartig Motivation vermitteln. Über die polnischen Fans bin ich sehr glücklich, egal ob sie hier an der Schanze waren oder das Ganze im TV verfolgt haben.
Für die Olympischen Spielen sieht alles nochmal ganz anders aus. Das ist ein anderer Wettkampf, eine andere Schanze. Aber wir sind ein starkes Team, das wissen wir.
Zum Feiern wird nicht viel Zeit bleiben. Es steht noch der Heimweltcup in Zakopane an, für den man sich nochmal besonders vorbereitet.“

Stimmen der DSV-Athleten nach dem 4. Platz:

Markus Eisenbichler: „Klar wissen wir, dass die Slowenen gut Skifliegen können. Wir waren als Team einfach schlechter. Ich habe meinen ersten Flug vergeigt. Der zweite war okay.

Stefan Leyhe: „Der erste Sprung war ganz okay. Im zweiten hatte ich den schlechtesten Wind von allen, aber trotzdem muss man besser springen.“

Andreas Wellinger: „Wegen neun Metern haben wir eine Medaille verpasst. Die Enttäuschung ist extrem groß. Wenn jeder in jedem Durchgang einen Meter weiter gesprungen wäre, hätte es schon gereicht. Aber es gibt ja noch ein paar Highlights in dieser Saison. Jetzt stehen erstmal Zakopane und Willingen an, anschließend die Olympischen Spiele. Schauen wir mal, was drin ist.“

Richard Freitag: „Wir haben halt heute den Schritt aufs Podium leider nicht geschafft. Das ist auf der einen Seite ärgerlich, auf der anderen Seite steckt es zum Weiterarbeiten an. Auch wenn wir jetzt ein bisschen betröbbelt herumlaufen, wir sind da immer relativ schnell wieder oben auf. 
Es war ein geniales Wochenende. Sie haben sich hier alle Mühe gegeben, selbst die Zuschauer, das muss man auch mal erwähnen. Medaille hin oder her, aber diese Momente sind Wahnsinn, dass wir so zusammenkommen können und trotzdem was zum Feiern haben."

am 21.01.2018

Weitere Stimmen nach dem Teamwettkampf

Skiflug WM Team - Simon Ammann

Bundestrainer Schuster nimmt Stellung nach Teamfliegen - Stefan Kraft hofft auf die zweite Saisonhälfte - Simon Ammann ist glücklich

Werner Schuster (DSV-Bundestrainer): „Natürlich ist Platz vier in einem solch starken Feld immer noch sehr gut. Es war klar, dass es ein sehr zähes Ringen um die Medaillen wird, und dass Norwegen schwer zu schlagen sein wird. Die Chance auf Silber war da, da hätten wir nur in der Breite noch konstanter springen müssen. Wir hatten gar keinen so schlechten Wettkampf aber es nicht gereicht. Die Konkurrenten haben sich auch extrem am Riemen gerissen.
Insgesamt war es für uns keine schlechte Skiflug-WM. Wir haben eine Medaille gewonnen, das ist gut und war nicht so einfach. Richard Freitag hatte ein hervorragendes Comeback. Die Sprünge von Stephan Leyhe und Markus Eisenbichler, die normalerweise wirklich gute Flieger sind, waren einfach nicht so konstant. Stefan ist etwas unter Wert herausgekommen, sein zweiter Sprung war nicht so schlecht, aber er hatte extrem schwierige Verhältnisse. Es hätte breitere Spitzenleistungen von allen gebraucht, es waren nur punktuell super Leistungen dabei und da waren wir einfach knapp hinten."

Stefan Kraft (Team Österreich, Platz 5): „Wenn man einfach zu viel denkt, dann tut man sich nicht leicht. Wir arbeiten sehr fest daran, wir probieren sehr viel. Skispringen, da braucht man Leichtigkeit, und Spaß. Im Moment macht es natürlich nicht sehr viel Spaß, wenn man sehr viel arbeitet weil man Schritt für Schritt näher kommen will, aber vielleicht gibt es ja für uns die Früchte dann in der zweiten Saisonhälfte. 
Heinz Kuttin ist seit knapp vier Jahren unser Trainer. Er macht das sehr gut. Im Moment ist halt einfach einmal der Hund drin, es läuft nicht, was soll man machen. Wir werden zusammen stehen, wir werden kämpfen und vielleicht können wir heuer ja noch einmal zurückschlagen. Für Olympia sind wir jetzt in einer tollen Ausgangslage, denn die Favoriten sind sicher die anderen. Wir werden uns jetzt die zwei Wochen noch voll reinhauen in aller Hinsicht, Sprungtechnisch, körperlich, und mit dem Material; wir werden alles noch mal tunen und dann sind wir hoffentlich perfekt vorbereitet."

Simon Ammann (Team Schweiz, Platz 6 vor Russland und Finnland): „Solch eine guten Platz haben wir schon lange nicht mehr erreicht. Die jüngeren Athleten mussten sehr hart arbeiten und über ihren Schatten springen, um dieses Ergebnis zu erreichen. Darüber freue ich mich. Auch hatte ich mit 216 Meter einen der weitesten Sprünge in meiner Gruppe.
Im Einzel ist es gemischt gelaufen. Es ist halt nicht jeder Tag wie der andere."

am 21.01.2018

Holt Tande sich heute sein zweites WM-Gold?

Skiflug-Weltmeister - Daniel Andre Tande

Daniel Andre Tande kann sich heute zum König von Oberstdorf krönen

Nach seinem Einzeltitel am gestrigen Samstag kann sich der Norweger drei Tage vor seinem 24. Geburtstag das größte Geschenk selbst machen.
 
Beim Teamwettbewerb der 25. Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf zählt Tande mit seinen Mannschaftskollegen Robert Johansson, Andreas Stjernen und Johann Andre Forfang zum engsten Favoritenkreis für WM-Gold.
Um die weiteren Medaillen werden sich vermutlich Gastgeber Deutschland, Polen, Österreich und Slowenien einen erbitterten Vierfach-Kampf liefern.
 
Für Deutschland starten Andreas Wellinger (SC Ruhpolding), Stephan Leye (SC Willingen), Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf) und Bronze-Medaillengewinner Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue).    

Der erste Durchgang im Teamwettbewerb startet um 16.00 Uhr.

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